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Wenn Hilfe nicht hilft
In Ländern wie Haiti herrscht seit Jahrzehnten große Not – anderen gelingt der Aufstieg. Die Regierungen haben es selbst in der Hand, sagen Forscher. Jetzt fließt das Geld. Die EU überweist Haiti für den Aufbau nach dem Erdbeben 400 Millionen Euro.Gut 100 Millionen kommen von den Vereinten Nationen, außerdem will die Weltbank einen Kredit geben. Auch ein erneuter Schuldenerlass ist im Gespräch. Zwei Milliarden Euro im Jahr sind nötig, damit das zerstörte Land eine neue Chance bekommt, glaubt Leonel Fernández, Präsident der benachbarten Dominikanischen Republik.
Der Artikel von Carsten Brönstrup und Jahel Mielke erschien im Tagesspiegel:
www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Entwicklungshilfe-Haiti;art271,3010228
Chile hat seine Chance genutzt. Noch 1970 galt ein Großteil der Kinder als unterernährt, wie in einem Drittweltstaat. Heute liegt das Pro-Kopf-Einkommen bei einem Drittel des deutschen Niveaus, jüngst fand das südamerikanische Land sogar Aufnahme in den exklusiven Wirtschaftsklub OECD.
Haiti und Chile stehen für zwei Extreme: Der Karibikstaat gehört seit Jahrzehnten zu den ärmsten Ländern der Welt, ohne Hoffnung auf Besserung. Der Ex-Diktatur Chile gelang dagegen allmählich der Aufstieg, obwohl auch dort heftige Erdbeben für Rückschläge und großes Leid sorgten. Doch warum bleiben die einen bettelarm, trotz oft beständiger millionenschwerer Hilfen aus dem Ausland, während sich die anderen zu Wohlstand hocharbeiten?
An dieser Frage forschen Entwicklungsökonomen seit Jahren. Für Kritiker des westlichen Wirtschaftsmodells steht fest, dass die reichen Länder die armen ausbeuten und sie als billige Werkbank missbrauchen, ohne Chance auf eine nachhaltige Entwicklung. Dagegen steht der Erfolg der Globalisierung – die Zahl der Menschen, die von weniger als einem Dollar am Tag leben müssen, hat sich seit Anfang der achtziger Jahre halbiert. Vor allem in Asien ist die Armut massiv zurückgegangen, in Staaten, die auf privates Unternehmertum und Auslandsinvestitionen setzen. In Afrika verlief die Entwicklung entgegengesetzt, die Lage wird eher schlechter als besser – erst recht durch die Wirtschaftskrise. Von der „bottom billion“, der unteren Milliarde der Weltbevölkerung, die womöglich auf Dauer von der Entwicklung abgehängt sei, spricht Paul Collier von der Universität Oxford.
Hier weiterlesen: www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Entwicklungshilfe-Haiti;art271,3010228

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