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Expertin kritisiert "weltwärts"
Eine Meldung des epd Hannover. Die Berliner Entwicklungspolitik-Expertin Claudia von Braunmühl hat den Freiwilligendienst der Bundesregierung "weltwärts" scharf kritisiert. "Das gesamte Programm ist nicht an den Bedürfnissen der Entwicklungsländer orientiert. Es dient lediglich deutschen Jugendlichen, die sich selbst verwirklichen wollen", sagte die Professorin am Donnerstag in Hannover. An dem entwicklungspolitischen Programm haben seit 2008 rund 6.000 Jugendliche teilgenommen. "Es ist ein unglaubliches Privileg, die Reise in ein fernes Land finanziert zu bekommen. Ein Privileg, das die Menschen dort nicht kennen", sagte von Braunmühl. Dabei stehe jedoch nicht der Bedarf der Partnerprojekte im Zentrum. Vielmehr müssten diese zusätzlich für die Betreuung der Freiwilligen aufkommen. Damit werde gegen die internationale Pariser Erklärung von 2005 verstoßen. Hier sei als ein Ziel für nachhaltige Entwicklungspolitik festgeschrieben worden, dass Entwicklungsländer die Inhalte der Zusammenarbeit bestimmen sollen. "Es ist eine schöne Erfahrung für Jugendliche, aber nennen Sie es bitte nicht Entwicklungspolitik", forderte von Braunmühl.
Das "weltwärts"-Programm wurde 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung initiiert. Jugendliche zwischen 18 und 28 Jahren können so in einem Entwicklungsprojekt mitarbeiten. Sie erhalten kostenlose Unterkunft, Verpflegung, Krankenversicherung und ein Taschengeld. Ziel des Programmes sei, den Freiwilligendienst unabhängig vom Einkommen der Eltern anzubieten. (0186/10.12.09)

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