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Traumberuf Entwicklungspolitik? - Einführung in ein Berufsfeld
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Ein Job in der Entwicklungshilfe ist ein begehrter Posten. Wer sich dafür interessiert, sollte jedoch ein abgeschlossenes Studium haben und mindestens eine Fremdsprache sprechen In fremde Länder reisen, Menschen helfen und damit auch noch Geld verdienen: Die Arbeit in der Entwicklungshilfe ist ein begehrter Job. Genauso wichtig wie die richtige Ausbildung sind soziale Fähigkeiten. | Auf dem Weg zum Traumberuf
Der Weg vom Studium oder der Ausbildung direkt in die Entwicklungsarbeit ist nicht immer leicht. Die meisten der großen deutschen Entwicklungshilfeorganisationen suchen für ihre Projekte nach berufserfahrenen Führungskräften. Zwei Jahre im Beruf sollen es beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED) mindestens sein, bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) eher mehr. "Unsere Berater sind im Durchschnitt 48 Jahre alt", sagt Ulrich Heise, Gruppenleiter bei der GTZ im hessischen Eschborn. Voraussetzungen: Wer nicht so lange in Deutschland bleiben möchte, kann sich für die Einsteiger-Programme der Organisationen bewerben. Der DED beispielsweise schickt die Teilnehmer seines "Nachwuchsförderungsprogramms" ein Jahr lang ins Ausland. Dort können die Stipendiaten in einem Projekt mitarbeiten, in dem bereits ein Entwicklungshelfer tätig ist. Voraussetzung: Die Bewerber müssen eine zu der jeweiligen Aufgabe passende Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, mindestens eine Fremdsprache sprechen und natürlich bereit sein, allein auszureisen. Bevorzugt werden Bewerber, die sich schon mit entwicklungspolitischen Fragen auseinander gesetzt haben, zum Beispiel im Studium oder durch Praktika. 80 solcher Stellen vermittelte die Organisation im vergangenen Jahr, gemeldet hatten sich mehrere hundert Bewerber. | Begehrte Einsteigerprogramme
Auch die GTZ bietet ein Einsteigerprogramm an, in dem Akademiker für knapp zwei Jahre als Projektassistent die Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit kennen lernen können. Die Gesellschaft legt besonderen Wert auf kaufmännisches Wissen und auf ein realistisches Weltbild. "Wir suchen keine Abenteurer und Sozialromantiker", sagt Heise. 20 Projektassistenten hat die GTZ im vergangenen Jahr eingestellt. Beworben haben sich auf das Nachwuchsprogramm 1 800 Menschen. Viele der Assistenten haben vorher bereits bei der GTZ mitgearbeitet. Etwa 600 Praktikantenstellen bietet die Gesellschaft im Jahr an, 300 im Inland, 300 im Ausland. Eine weitere große Institution für Entwicklungszusammenarbeit ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie organisiert die finanzielle Seite und sucht deshalb für ihr Trainee-Programm ihrer Entwicklungsbank vor allem Volks- und Betriebswirte sowie Juristen. Aber auch Ingenieure, Ethnologen, Soziologen und Politikwissenschaftler haben eine Chance. Auch sie sollten praktische Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit gesammelt haben. "Interkulturell erfahren" nennt das Helmut Gauges, der in der Strategieabteilung der Bank arbeitet: "Viele Kollegen bringen Erfahrungen aus der Tätigkeit in einer internationalen Organisation wie beispielsweise der Weltbank oder den Vereinten Nationen mit." | Die Einsatzgebiete der EntwicklungsorganisationenDer DED bildet hauptsächlich Entwicklungshelfer aus, die GTZ dagegen Entwicklungsexperten. Der Unterschied liegt in den Aufgaben: Helfer arbeiten hauptsächlich auf kommunaler und regionaler Ebene. Sie gehen in die Dörfer oder helfen Nicht-Regierungsorganisationen bei ihrer Arbeit. Der klassische Brunnenbohrer, den sich viele unter Entwicklungshilfe vorstellen, ist allerdings selten geworden: "Das können die Menschen in den Entwicklungsländern selbst", sagt Pressesprecher Kai Laufen. "Wir suchen nach Spezialisten, die in den Ländern oder Regionen fehlen." Die Mitarbeiter der GTZ verstehen sich dagegen als eher als politische Berater. Sie arbeiten meistens auf nationaler Ebene, mit Parteien und Regierungen, aber auch mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammen. | Deutsches Institut für EntwicklungspolitikEine weitere Organisation, die hauptsächlich Nachwuchs für die Entwicklungszusammenarbeit ausbildet, ist das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn. Universitätsabsolventen können sich dort in neun Monaten zum Entwicklungsexperten ausbilden lassen. Auch das Institut bevorzugt Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Erfahrungen mit Themen der Entwicklungszusammenarbeit im Studium sind sehr wichtig. Auf die 22 Plätze bewerben sich jedes Jahr rund 400 Menschen. Nach Abschluss des Kurses vermittelt das DIE alle Absolventen in die Entwicklungshilfe weiter, sagt die Pressesprecherin des DIE, Marie Philipsenburg. "Wir haben sehr gute Kontakte, auch zu internationalen Einrichtungen wie der UN." Aber auch in den drei großen deutschen Organisationen sind viele Absolventen des Instituts zu finden. Voraussetzungen: Bewerber müssen das Grundstudium abgeschlossen haben, mindestens eine europäische Sprache beherrschen und vor allem soziale Kompetenzen mitbringen. Mit einem Bewerbungscheck auf den Websites der internationalen Organisationen können Interessierte herausfinden, ob sie für eine der Nachwuchs-Stellen geeignet sind. Koordinator der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Es entsendet keine eigenen Helfer und Experten, sondern schafft mit politischen Entscheidungen die Grundlage für die Arbeit der Entwicklungshilfe-Organisationen. |
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