Entwicklungspolitik - Perspektiven für junge Leute

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> Von der Hilfe zur Zusammenarbeit

> Entwicklungspolitik in Deutschland


Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit umfasst ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten und Feldern des ehrenamtlichen Engagements. Egal ob als Referent im Bundesentwicklungsministerium oder Entwicklungshelfer des Weltfriedensdienstes e.V., als Aktiver in einer kleinen NGO oder als Freiwilliger in einem Projekt vor Ort im Entwicklungsland - es gibt unzählige Wege zur Beschäftigung mit entwicklungspolitischen Themen und um in diesem Bereich beruflich wie freiwillig aktiv zu werden. junge-ez!de stellt einige dieser Möglichkeiten vor und möchte euch vom entwicklungspolitischen Engagement zu begeistern und euch den Weg dorthin zu erleichtern.

Doch welche konkreten Perspektiven gibt es in der Entwicklungszusammenarbeit? Und warum ist entwicklungspolitisches Engagement überhaupt wichtig? Wo finde ich Informationen und wo kann ich mich mit meinen Fähigkeiten am besten einbringen? Auf all diese Fragen wollen wir dir Anregungen geben und dir dabei helfen, das für dich Richtige in diesem Bereich zu finden.

Viel Spaß beim Durchstöbern dieser Seite wünscht euch euer junge-ez!de-Team. Bei Fragen, Anregungen oder Kritik könnt ihr einfach das Kontaktformular nutzen.

| Von der Hilfe zur Zusammenarbeit

Was fällt uns wohl spontan als Erstes zum Thema Entwicklungspolitik ein? Der klassische heroische Brunenbauer, der als einsamer Ingenieur in einem kleinen Dorf irgendwo n der Sahelzone den Menschen der „Dritten Welt“ den Anschluss an die westliche Idee von Zivilisation legt? Oder sind es die korrupten Staatsmänner und Regierung, die als die Entwicklungshilfegelder der Industrienationen an der eigenen Bevölkerung vorbei in die eigenen Taschen wirtschaften? Oder, um ein aktuell viel diskutiertes Thema aufzugreifen, die Heerscharen junger Freiwilliger, die, kaum haben sie das Abitur in der Tasche, sich aufmachen, um in unzähligen kleinen Projekten überall auf der Welt den Menschen vor Ort erzählen, wie man alles besser macht – nur um solch glorreiche Taten später in den eigenen Lebenslauf zu schreiben?

All diese Vorstellungen sind ebenso unverwüstlich wie falsch. Doch ist es offenbar schwer, mit derlei Vorurteilen aufzuräumen. Kritik an der „Entwicklungshilfe“ gibt es also mehr als genug – und in der Tat haben auch die Akteure der deutschen Entwicklungspolitik aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und gemerkt, dass Pilotprojekte fürs gute Gewissen, Blankoschecks an zweifelhafte Machthaber und die radikale Öffnung lokaler Märkte in Entwicklungsländern nicht zum alles entscheidenden Ziel führen: einer nachhaltigen Entwicklung, Befriedung und Verbesserung der Lage der Menschen vor Ort. Hin zu diesem Ziel führen unzählige Wege – bei einigen von ihnen erkennt man erst im Nachhinein, dass sie geradewegs in die Sackgasse führen. Der Brunnenbauer, der mal eben einen Brunnen irgendwo in der Halbwüste baut funktioniert also nicht. Damit mag zwar die Not der Menschen vor Ort ganz konkret gelindert werden, doch eine langfristig positive Entwicklung ist dadurch noch lange nicht gesichert. Denn wer kümmert sich um den Brunnen, wenn der Entwicklungshelfer seine Arbeit getan hat? Wie wird das Wasser gerecht und fair verteilt? Wie kann das neu gewonnen Wasser besser genutzt werden – etwa für die eigene Landwirtschaft? Die Bildung und Ausbildung der Menschen in den Entwicklungsländern, die Vermittlung gesellschaftlicher Werte durch eine offene und faire Partizipation aller Beteiligten oder die Weitergabe von Wissen an die Menschen im Dorf sind die eigentlichen Voraussetzungen, damit aus dem Brunnen ein Beitrag zu einer wirklich langfristigen Entwicklung erwächst und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lage der Menschen vor Ort führt.

Heute spricht man deshalb auch nicht mehr von der Entwicklungshilfe, sondern der Entwicklungszusammenarbeit – auf Augenhöhe mit den Partnern in den Entwicklungsländern. Das klappt nicht immer Initiativen wie „Deine Stimme gegen Armut“ oder Nichtregierungsorganisationen wie Oxfam machen zu Recht immer wieder auf die Fehler und Versäumnisse der deutschen und internationalen Entwicklungspolitik aufmerksam. Die vielen entwicklungspolitisch aktiven Vereine und NGOs, die es in Deutschland gibt, sind der ständige kritische Begleiter der „offiziellen“ Entwicklungspolitik der Regierung. Diese tritt Ihrerseits mit einem ganzen Apparat zur Bekämpfung von Armut und Entwicklung, zur Förderung von Frieden und Menschenrechten, für fairen Handel und den Umweltschutz an.

| Entwicklungspolitik in Deutschland

Dem für die Leitlinien und damit für die Richtung der deutschen EZ verantwortlichen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung allein fehlen mit seinen etwas mehr als 600 MitarbeiterInnen schlicht die personellen Kapazitäten für das sehr viel mehr Menschen beschäftigende Feld der EZ. In der Praxis sind dem BMZ daher eine ganze Reihe so genannter Durchführungsorganisationen nachgeordnet. Die GTZ plant, koordiniert und führt die technische Zusammenarbeit in den Entwicklungsländern durch, die KfW Entwicklungsbank regelt den finanziellen, der DED

In Deutschland gibt es darüber hinaus sieben Entwicklungsdienste: Christliche Fachkräfte International e.V. (CFI), Deutscher Entwicklungsdienst gGmbH (DED), Evangelischer Entwicklungsdienst e.V. (EED/DÜ), Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD), EIRENE - Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V. sowie Weltfriedensdienst e.V. (WFD). Sie alle sind vom BMZ offiziell als „Träger des Entwicklungsdienstes“ anerkannt. Zahlreiche Vereine und Nichtregierungsorganisationen komplettieren das facettenreiche Bild der deutschen EZ. Dabei bilden sich natürlich auch immer wieder Reibungspunkte, Meinungsverschiedenheiten, Konflikte und Uneinigkeiten über den richtigen Weg bei konkreten entwicklungspolitischen Themen.

Freiwilligendienste sind über die Möglichkeit des Engagements in NGOs und Vereinen in Deutschland darüber hinaus eine gute Gelegenheit, einmal entwicklungspolitische Erfahrungen zu sammeln und zu erfahren, was  Entwicklungszusammenarbeit vor Ort ganz konkret bedeutet. ASA, weltwärts und weitere Dienste im Ausland werden – zum Teil staatlicherseits finanziell unterstützt – von verschiedenen Vereinen und Organisationen angeboten und durchgeführt. Damit gibt es also allerlei Perspektiven in der Entwicklungszusammenarbeit – auf den Seiten von junge-ez!de erfährst du mehr über die einzelnen Felder und Bereiche.

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