Entwicklungspolitisches Engagement - in Deutschland und weltweit

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> Engagement in Vereinen

> Freiwilligendienst weltweit

> Hohes Interesse

> Kritische Stimmen


> Infos zu weltwärts

> Kritik: Egotrip ins Elend


Zu einer Welt in der alle Menschen in Würde und Freiheit leben, kann jeder Einzelne etwas beitragen: Fair einkaufen, fremde Kulturen kennenlernen und respektieren, sich in seiner Heimatgemeinde für Entwicklungszusammenarbeit und Umweltschutz engagieren, in einer Organisation mitarbeiten, spenden oder Leserbriefe schreiben - sind nur einige der möglichen Optionen etwas für nachhaltige Entwicklung zu tun. Entwicklungspolitisches Engagement wirkt.

Entwicklungspolitisches Engagement im Alltag heißt auch "fair" einkaufen. Produkte, die das FAIRTRADE Gütesiegel tragen, sind Lebensmittel von höchster Qualität und garantieren ProduzentInnen in Entwicklungsländern einen angemessenen und fairen Lohn für ihre Arbeit.

Auch das persönliche Reiseverhalten kann zu nachhaltiger Entwicklung beitragen. Respekt gegenüber fremden Kulturen und sanfter Tourismus sind die Schlagworte dabei. In Österreich gibt es viele Institutionen, die sich mit fremden Kulturen beschäftigen und ein Ort der Begegnung sind. Denn auch der Umgang mit Fremden hier in Österreich und eine offene Weltsicht zählen zu entwicklungspolitischem Engagement. Die Grundlagen dafür werden bereits in der Kindheit geschaffen. Pädagogische Projekte und Initiativen in der Bildungsarbeit aber auch für die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen sind dabei wertvolle Elemente.

Natürlich helfen auch finanzielle Mittel. Private Spenden unterstützten konkrete Projekte von Nichtregierungsorganisationen (NGO). Diese bieten zusätzlich Schnuppereinsätze, Wochenendseminare oder länger dauernde Einsätze für Freiwillige an. Hier können Interessierte gemeinsam mit erfahrenen ExpertInnen tatkräftig unterstützend eingreifen. In Österreich und im Ausland.

| Engagement in Vereinen

Ehrenamt, freiwilliges Engagement ist eine Chance für jeden einzelnen sich einzumischen, mitzugestalten. Freiwilliges Engagement ist nicht nur Hilfe für andere, sondern bedeutet auch persönliche Weiterentwicklung. Dazu bieten zahlreiche Vereine und Nichtregierungsorganisationen in Deutschland - wie auch weltweit.

Die Möglichkeit. Die Spannbreite geht dabei von großen, mehrere Dutzend Hauptamtliche beschäftigenden NGOs wie Oxfam, bis zum kleinen vollkommen ehrenamtlich betriebenen Verein in deiner Gemeinde, der sich um ein ganz konkretes entwicklungspolitisches Thema kümmert.

Der Verband Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (VENRO) bündelt die Interesen seiner mehr als 100 Mitglieder, bei denen man auch selbst ehrenamtlich aktiv werden kann. Übersichten über entwicklungspolisch aktive Vereine gibt es entweder bei VENRO, oder bei den Entsendeorganisationen von weltwärts.

| Freiwilligendienst weltweit

Grundsätzlich gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, sich als FreiwilligeR entwicklungspolitisch zu engagieren. An dieser Stelle seinen einmal drei von ihnen genannt:

  • Private, zum Teil kommerzielle Träger organisieren gegen Bezahlung sowohl kurze, als auch mehrmonatige Einsätze in aller Welt. Eine Vor- oder Nachbereitung findet dabei nur in begrenztem Maße statt.
  • Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst der Bundesregierung "weltwärts" verfolgt einen längerfristigen Ansatz: Junge Erwachsene zwischen 18 und 28 können bis zu 24 Monate in einem konkreten Projekt in Entwicklungsländern arbeiten, werden in ihrem Engagement (finanziell) unterstützt und durchlaufen sowohl Vor-, als auch Nachbereitung
  • Das ASA-Programm von InWEnt richtet sich an junge Erwachsene und Studierende, die für etwa drei Monate in einem Entwicklungsland aktiv werden wollen und fördert dementsprechende Projekte.

Vor allem bei den institutionalisierten Freiwilligendiensten ist eine Bereitschaft zum entwicklungspolitischen Engagement sowohl vor als auch nach dem Auslandseinsatz erwünscht.

Für ein entwicklungspolitisches Engagement vor dem Auslandsaufenthalt stellen etwa die weltwärts Entsendeorganisationen unterschiedliche Angebote bereit: Zum Beispiel die Präsentation eines Projekts in der Öffentlichkeit, das Verfassen von Projektberichten für regionale Zeitungen oder die Betreuung eines Informationsstands bei einer Veranstaltung. Ein solches Engagement ist ausdrücklich erwünscht. Nach dem Auslandsaufenthalt werden vor allem im Rahmen der Nachbereitungsseminare Möglichkeiten zu einem weiterführenden Engagement angeboten.

| Hohes Interesse an ehrenamtlicher Arbeit

Viele junge Menschen haben Interesse an einer ehrenamtlichen Arbeit in Entwicklungsländern. Die Zahl entsprechender Anfragen an das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) oder die Anzahl der BewerberInnen für die Einsatzstellen des ASA-Programms überstieg in der Vergangenheit bei weitem das Angebot. Das BMZ hat daher auch den aus öffentlichen Mitteln geförderten Freiwilligendienst „weltwärts“ ins Leben gerufen.

„Lernen durch tatkräftiges Helfen“ ist das Motto des Freiwilligendienstes. weltwärts soll das Engagement für die Eine Welt nachhaltig fördern und versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Arbeit mit den Projektpartnern vor Ort in den Entwicklungsländern sollen die Freiwilligen unter anderem lernen, globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen besser zu verstehen. Den Projektpartnern soll der Einsatz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zugute kommen.

Allgemein sind die Freiwilligendienste aller Art eine großartige Gelegenheit, um gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz zu fördern. Gemeinsames Arbeiten und Lernen kennt weder Rassismus noch Ausgrenzung. Damit kann jede und jeder Freiwillige auch ganz konkret  seinen ganz persönlichen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit leisten und den Nachwuchs im entwicklungspolitischen Berufsfeld fördern.

| Kritische Stimmen zum Freiwilligendienst

Doch bei all den guten Ansätzen und nachhaltigen Projekten wird auch Kritik an Freiwilligeneinsätzen in Entwicklungsländern laut. So schrieb etwa das Magazin der Süddeutschen Zeitung Mitte 2008 unter dem Titel "Egotrip ins Elend" einen kritischen und auch viel diskutierten Artikel. Hier ein Auszug mit einigen Zitaten und Kommentaren:

»Wie sollen 18-jährige Weißnasen mit Rückflugticket in Entwicklungsländern auch helfen?«, fragt die Berliner Politikprofessorin Claudia von Braunmühl fast verärgert. Sie ist »entsetzt« über das neue Weltwärts-Programm der Bundesregierung. Die Professorin hält die Initiative für »grenzenlos populistisch«, weil sie kaum frage: Was brauchen die Menschen in diesen Ländern wirklich? Eines sei jedenfalls sicher, schimpft von Braunmühl: »An unqualifizierten Händen fehlt es dort nirgends!«

Selbst wenn die jungen Deutschen während ihres Aufenthalts viel lernten – so sei dieses Lernen einseitig, findet die Professorin. Ziel von Entwicklungspolitik sei je-doch die Umverteilung von Lebenschancen. »Warum laden wir nicht auch Jugendliche aus Entwicklungsländern zu uns ein?«, kritisiert von Braunmühl. Sie gönne den jungen Deutschen ja dieses »organisierte Abenteuer«. Aber in der jetzigen Form erinnere sie das Programm eher an die »Dschungel-Camp-Shows auf den Privatsendern«.

»Vor zwanzig Jahren galten wir Entwicklungshelfer als linke Schluffis in Birkenstocks«, erinnert sich Karoline Wiemers-Meyer, eine ehemalige Entwicklungshelferin. Als sie vor 25 Jahren von ihrem ersten Einsatz zurückkam, erzählte man davon auf dem Arbeitsamt besser erst einmal nichts. Arbeitgeber, die dennoch von ihrer Vergangenheit erfuhren, wurden meist skeptisch. Irgendwann kam dann die obligatorische Frage: »Und, wann wollen sie wieder aussteigen?«

Heute dagegen gelten Freiwilligendienste als stählende Erfahrung, als Spoiler am Heck eines getunten Lebenslaufes. Man brüstet sich damit bei Bewerbungen für amerikanische Elite-Universitäten und deutsche Begabtenförderwerke. Die begehrtes-ten Unternehmen sehen sie als Beleg für Schlüsselqualifikationen und Charakterstärke. Mit den Millionen des Weltwärts-Programms zollt auch die Bundesregierung dieser neuen Wertschätzung Tribut.

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