Mit Vereinen und NGOs in Entwicklungsprojekten vor Ort engagieren

Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Zahlreiche entwicklungspolitische Vereine und Nichtregierungsorganisationen bieten jungen Menschen die Möglichkeit zur Mithilfe und Partizipation in den von der ORganisationen getragenen Projekten vor Ort. So ein Einsatz in einem Entwicklungsland ist keine leicht zu organisierende Aufgabe und stellt sowohl die Organisation, als auch die freiwillige Helferin, bzw. den Helfer vor große Herausforderungen. Doch welcher Verein ist der richtige? Und wo finde ich Informationen zu den Projekten?

Eine ganze Reihe nichtstaatlicher Organisationen hat sich im Verbund VENRO zusammengeschlosse. Schau einfach mal auf die Mitgliederliste, um einen ersten Überblick über die Fülle an Vereinen zu erlangen.

Auch sehr viele große und kleinere Vereine unterstützen und betreuen Projekte in Entwicklungsländern, für deren Aufbau und Weiterentwicklung sie auf freiwilliges Engagement angewiesen sind. An dieser Stelle stellen wir dir exemplarisch einmal einige anerkannte Organisationen vor, mit denen du dich als Freiwilliger in Entwicklungsländern engagieren kannst.

| Kolping Internationale Workcamps

Die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste (JGD), der Kolpingwerk Deutschland gGmbH in ihrer heutigen Form und inhaltlichen Ausrichtung haben sich aus der 1953 gestarteten Aktion „Versöhnung über den Gräbern”, mit dem Ziel der Wiederannäherung deutscher und französischer Jugendlicher in der Nachkriegszeit, entwickelt. Seit dem hat die Idee der Völkerverständigung durch Begegnung und gemeinsame Arbeit an einem gemeinnützigen Projekt eine Ausweitung erfahren. Heute bezieht sich dieser Gedanke der Völkerverständigung auf alle Völker, Nationen, Religionen und Kulturen und ist extra breit auf der Grundlage der Aktivitäten des Internationalen Kolpingwerkes angelegt.

Ziel der JGD heute ist es, durch internationale, interkulturelle Jugendarbeit weiterhin einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Die Angebote sollen dazu beitragen, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Bewusstsein für soziale und gesellschaftliche Probleme zu schaffen und sie zur Übernahme sozialer Verantwortung in der Gesellschaft anzuregen. Als Teil eines katholischen Sozialverbandes sehen die JGD es auch als ihren Auftrag, durch internationale Verständigung zur Konkretisierung christlicher Anliegen beizutragen und ihre Arbeit im Sinne der Programme der Kolpingwerk Deutschland gGmbH und des Internationalen Kolpingwerkes zu gestalten.

Durch den Kontakt mit anderen Kulturen und Gesellschaftsordnungen soll eine Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation initiiert bzw. gefördert werden. Toleranz und Verständnis für andere Kulturen sollen gestärkt sowie ein Verständnis für globale Vernetzungen und Zusammenhänge geweckt bzw. gefördert werden.

Begegnung und Austausch soll nach Möglichkeit auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhen. In diesem Sinne ist die Förderung von Besuchen von Gruppen ausländischer Projektpartner in Deutschland integraler Bestandteil der internationalen Arbeit der JGD. Insbesondere soll die Rückbegegnung im Rahmen der Europäischen Jugendwochen gestärkt und möglichst vielen Gruppen ermöglicht werden. Durch die bewusste Gestaltung der Begegnungs- und Reiseprogramme soll einem bedingungslosen Konsum von Kultur und Natur und der Vereinnahmung der Gastgeber entgegengewirkt werden.

Zur offiziellen Internetseite |

| Die Freunde der Erziehungskunst

Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen wir uns für die Verbreitung der Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein.

Wir unterstützen Waldorfschulen, Waldorfkindergärten, andere waldorfpädagogische Initiativen, heilpädagogische und sozialtherapeutische Einrichtungen und Projekte der Sozialarbeit.

Waldorfpädagogen weltweit wollen die ihnen anvertrauten Kinder so erziehen, daß sie ihr individuelles Wesen umfassend entwickeln können. Ihre Intention ist es, die Phantasie, das Interesse für die Welt und später ein selbständiges Denken zu fördern, statt diese Fähigkeiten frühzeitig zu verschütten. Doch in den meisten Ländern weltweit bekommen die Waldorfschulen keinerlei staatliche Unterstützung. Um die weltweite Waldorfbewegung zu unterstützen, wurde 1971 der Verein "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners" ins Leben gerufen. Seitdem konnten wir Millionen von Euro an Spenden weiterleiten - natürlich zu 100%!

Die von Rudolf Steiner 1919 begründete Waldorfpädagogik ist konsequent an der Entwicklung und Individualität des Kindes orientiert. Als "Erziehung zur Freiheit" ist es ihre Intention, die Entwicklung des Kindes in seiner Gesamtheit zu fördern: Weltinteresse, intellektuelles Denken, Kreativität, gesunde Moralität, künstlerisches Empfinden, handwerkliche Fertigkeiten, soziale Fähigkeiten, Willenskraft... Die Waldorfpädagogik will dasjenige zur Entfaltung kommen lassen, was im Einzelnen als Individualität vorhanden ist. Sie ist die beste Grundlage für eine zusammenwachsende Welt, die auf die Fähigkeiten des Einzelnen vertrauen muß, um zukunftsfähig zu bleiben.

Und das sind die Bereiche, in denen die Freunde aktiv sind:

  • Projektförderung
  • Internationaler Hilfsfonds
  • BMZ-kofinanzierte Projekte
  • Freiwilligendienste
  • Patenschaften
  • Partnerschaften & Austausch
  • Pädagogische Nothilfe
  • Stipendien
  • Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen
  • Zusammenarbeit mit der UNESCO
Zur offiziellen Internetseite |

| AFS - Interkulturelle Begegnungen

AFS ist die größte und älteste Jugendaustauschorganisation weltweit. AFS ist gemeinnützig, arbeitet nicht-kommerziell und auf ehrenamtlicher Basis. AFS Deutschland bietet Schüleraustausch, Gastfamilienprogramme und Freiwilligendienste mit über 40 Ländern an. So will AFS Toleranz und Völkerverständigung fördern.

Die drei Buchstaben AFS stehen für die lange Geschichte von AFS. Als „American Field Service" führten junge Amerikaner während der beiden Weltkriege freiwillig Sanitätstransporte durch. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg suchten diese Ambulanzfahrer aber nach Möglichkeiten, zukünftigen Kriegen vorzubeugen und Toleranz und Völkerverständigung zu fördern. Deshalb entstand die Idee, jungen Menschen für längere Zeit die Möglichkeit zu geben, ein anderes Land kennen zu lernen - der Jugendaustausch war ''erfunden". 1948 verbrachten die ersten deutschen Austauschschüler ein Schuljahr in den USA, 1952 kamen die ersten US-amerikanischen Gastschüler nach Deutschland.

Heute ist AFS eine weltweite gemeinnützige Organisation mit Büros in über 60 Ländern. Aus der ursprünglich amerikanischen Organisation ist eine Gemeinschaft von selbständigen AFS-Partnern geworden. Über 120.000 Menschen engagieren sich weltweit ehrenamtlich für die AFS-­Idee.

Mehr als 350.000 Gastfamilien und Jugendliche haben in den vergangenen 60 Jahren an den Programmen teilgenommen. Ihr Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung ist es, persönliche und lebenslange Freundschaften zu schaffen. Im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch, von Kultur zu Kultur lernen sie Fremdes zu verstehen und Bekanntes mit neuen Augen zu sehen. "Interkulturelles Lernen" ist ein wichtiger Bestandteil der AFS-Austauschprogramme.

Aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens hat der AFS Deutschland 1998 eine ''AFS-Stiftung für Interkulturelle Begegnungen" gegründet. Zweck dieser Stiftung ist es, das Verstehen zwischen Völkern und Kulturen und die darauf gerichtete Bildung und Erziehung zu fördern. Es sollen die Aktivitäten der deutschen und der internationalen AFS-Organisationen unterstützt und durch die Vergabe von Stipendien der internationale Schüler-­ und Jugendaustausch intensiviert werden.

Zur offiziellen Internetseite |

| Experiment e.V. - Living together, working together

Wenn Volksgruppen oder Nationen zur Waffe greifen, tragen Vorurteile, Ignoranz und fehlendes Verständnis für die andere Seite ihren traurigen Teil dazu bei. Je mehr wir jedoch über die Lebens- und Denkweisen anderer Kulturen wissen, desto differenzierter lernen wir, sie zu verstehen, und desto weniger leicht lassen wir uns gegen sie vereinnahmen. Aus diesem Grund haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Austausch der Kulturen zu fördern und so zu gegenseitigem Verständnis und Respekt beizutragen.

Wenn jedoch Menschen verschiedener Herkunft beschließen, miteinander zu leben und den Alltag zu teilen, bedeutet dies immer auch eine Herausforderung – ein lohnenswertes Experiment für Familie und Teilnehmer. Deswegen gab der Gründer Donald B. Watt seiner Idee den treffenden Namen: Experiment in International Living

Statt in einem Hotel zu wohnen, werden unsere Teilnehmer von einer Familie als Familienmitglied auf Zeit willkommen geheißen. So sind sie von Anfang in die neue Kultur integriert und in einer Umgebung, die ihnen den Einstieg in die Alltagswelt des Gastlandes erleichtern kann.

Seit 1932 ist Experiment e.V. aktiv, seit 1952 als gemeinnützige Organisation im Vereinsregister eingetragen. Experiment e.V. ist der deutsche Vertreter eines international agierenden Dachverbandes, der Federation Experiment in International Living. Die Vielfalt der Teilnehmer und der angebotene Programme hat sich im Laufe der Jahre erweitert, doch auch heute noch steht der Austausch unter dem Motto: LIVING TOGETHER LEARNING TOGETHER. In der Hoffnung auf eine friedvollere Welt fühlt sich Experiment e.V. der Aufgabe verpflichtet, den Austausch von Menschen verschiedener Herkunft zu fördern, um so zu gegenseitigem Verständnis und gegenseitigem Respekt beizutragen

Zur offiziellen Internetseite |

| Internationale Workcamps der IJGD

In einem Workcamp treffen sich junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren aus den verschiedensten Ländern und Kulturen der Welt, um gemeinsam zwei bis vier Wochen zusammen zu leben, zu arbeiten und viel Spaß zu haben. Die TeilnehmerInnen setzen ihre Arbeitskraft für ein gemeinnütziges Projekt ein, wofür sie keinen Arbeitslohn, jedoch freie Unterkunft und Verpflegung erhalten.

Workcamps: In einem Workcamp treffen sich junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren (Ausnahmen nach unten und oben sind möglich) aus den verschiedensten Ländern und Kulturen der Welt, um gemeinsam zwei bis vier Wochen zusammen zu leben, viel Spaß zu haben und an einem gemeinnützigen Projekt mitzuarbeiten. Die TeilnehmerInnen setzen ihre Arbeitskraft für ein gemeinnütziges Projekt ein, wofür sie keinen Arbeitslohn, jedoch freie Unterkunft und Verpflegung erhalten. Die Gruppen bestehen in der Regel aus 10 bis 20 TeilnehmerInnen und zwei GruppenleiterInnen. Die GruppenleiterInnen verstehen sich nicht als AnimateurInnen, sondern vielmehr als Teil der Gruppe, die für viele formale Dinge verantwortlich sind und ein selbstorganisierten Gruppenleben in Gang bringen. Die Arbeitsprojekte werden zusammen mit Umweltschutzgruppen, Städten, Gemeinden und Forstämtern, alternativen Bildungsstätten, Vereinen etc. organisiert. Gearbeitet wird in der Regel 25 Stunden in der Woche.

Mittelfristige Dienste: Ein mittelfristiger Freiwilligendienst - auch Medium-Term-Volunteership (MTV) genannt - dauert zwischen zwei und sechs Monaten. Ein MTV ist ein individueller Dienst mit einer spezifischen Aufgabe, zum Beispiel Arbeit mit Behinderten oder Kindern. Als MTV-Freiwillige(r) wohnst du in einer Gastfamilie oder einer Gemeinschaftsunterkunft mit anderen Freiwilligen. Eine Partnerorganisation betreut dich vor Ort. Wenn du an an einem MTV teilnehmen möchtest, solltest du selbstständig und flexibel sein, denn ab und zu laufen die Dinge anders als geplant. Es ist auch möglich, während des MTV an einem Workcamp teilzunehmen. Eine Verlängerung des MTV über sechs Monate hinaus ist in manchen Fällen vor Ort möglich.

Sechs bis 24 Monate im Ausland: Die ijgd engagieren sich seit 1996 erfolgreich als Entsendeorganisation für Langzeitfreiwilligendienste im Ausland. In den vergangenen Jahren konnten wir als erfahrene Entsendeorganisation jährlich rund 150 Jugendliche für sechs bis zwölf Monate an unsere Partnerorganisationen ins Ausland vermitteln. IJGD bietet drei verschiedene Freiwilligendienste für junge Menschen an, die sich für ein Jahr oder länger im Ausland engagieren wollen:

  • den Europäischen Freiwilligendienst (EVS)
  • das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Ausland
  • das Programm "weltwärts"

Die Maßnahmen EVS und FSJ im Ausland sind von ihrer Dauer auf 12 Monate begrenzt, bei weltwärts  ist eine Verlängerung auf 24 Monate möglich. Wir wollen eine umfassende Persönlichkeitsbildung fördern und eine individuelle Vorbereitung auf den Freiwilligendienst ermöglichen. Daher sind Bildungsveranstaltungen (Seminare) zur Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung verpflichtend. Die Teilnahme an diesen Freiwilligendienstprogrammen ermöglicht die Fortzahlung des Kindergeldes.

Zur offiziellen Internetseite |

Partner: | | ÖKOPORTAL - Das Webverzeichnis der Ökobranche | Logo von FairJobbing