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Entwicklungshilfegelder veruntreut: Scharfe Vorwürfe gegen Kolping-Stiftung

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Logo des Kolpingwerks und Geldkoffer"Verantwortlich leben, solidarisch handeln." - Das Motto der katholischen Hilfsorganisation Kolpingwerk klingt dieser Tage wie Hohn. Denn Über Jahre hinweg sollen in der Kolpingstiftung Paraguay Entwicklungshilfegelder Deutschlands und der EU veruntreut worden sein. Von etwa einer Million Euro fehlt offenbar jede Spur. Die neue Chefin der Kolping-Stiftung in Paraguay erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Vorgänger und die Organisation. Sie spricht von verschwundenen Geldern und einer Verschleppung der Aufklärung. Die Kolping-Zentrale dementiert und bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Nach Informationen der Tageszeitung taz erhebt die Geschäftsführerin der Kolping-Stiftung in Praguay, Brigitte Fuzellier, schwere Vorfürfe gegen die Kölner Zentrale, die "Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes" (SEK). Dort habe man versucht, eine Aufklärung der Vorwürfe zu behindern, da negative Auswirkungen bei der finanziellen Unterstützung durch die EU und das Bundesentwicklungsministerium befürchtet wurden. Laut taz verwies der zuständige Lateinamerika-Referent von Kolping, Peter Schwab, auf den erwarteten Imageschaden bei einer Veröffentlichung der Vorgänge. "Mir selbst macht am meisten Sorge, inwieweit diese Altlasten Schwierigkeiten mit EU und BMZ bewirken können", schrieb Schwab.

Insgesamt geht es offenbar um die Veruntreuung von mehreren hunderttausend Euro beim Bau eines Schulungszentrums. Laut Unterlagen kostete das Kolping-Bildungszentrum in Fernando de la Mora 1,5 Millionen Euro - sein tatsächlicher Wert wird auf 400.000 bis 650.000 Euro geschätzt. Wie sich diese Differenz erklären lässt, ist bisher unklar. Darüber hinaus fehlen 14 Autos der Kolping-Stiftung. Zwei Mitarbeiter der Organisaton in Paraguay sind verschwunden, gegen einen von ihnen liegt ein Haftbefehl vor.

Gegen zahlreiche Ungereimtheiten schlug Fuzellier bereits im Herbst 2007 Alarm, als sie die deutsche Zentrale in Köln um Hilfe bat: "Meiner Meinung nach läuft da ein Riesenbetrug", schreibt Fuzellier in einer E-Mail vom 4. Oktober 2007 an Schwab, die der taz vorliegt. Eine Reaktion jedoch blieb aus.

Heute ermittelt das BMZ in der Sache. Ende August werden Prüfer des Ministeriums nach Paraguay reisen, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Unterdessen versucht Kolping hierzulande die Lage herunterzuspielen.

Thilo Hoppe von den GRÜNEN und stellvertretender Vorsitzender des Entwicklungsausschusses des Bundestages forderte Konsequenzen: "Bei privaten und kirchlichen Projekten, die staatliche Mittel erhalten - wie im Fall Kolping - muss häufiger von staatlicher Stelle kontrolliert werden", sagte Hoppe der taz: "Ich habe große Fragezeichen, was die Rolle des Kolping-Werks in Köln angeht. Ich habe den Eindruck, dass dort die Angst vor einem Imageschaden bestand und die Aufklärungsarbeit in Asuncion eher behindert hat."

Im domradio dementierte Hubert Tintelot, Generalsekretär von Kolping International, die Vorwürfen der Veruntreuung gegen seine katholische Hilfsorganisation ebenso vehement. Zwar räumt er einen Imageschaden ein. Gleichzeitig kündigte er aber auch rechtliche Schritte gegen Fuzellier an - wegen Verdächtigung, Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede.

Ich kenne Paraguay, kenne viele Deutschen im Land und kenne auch die Abzocker. Ohne jemanden etwas nachzusagen zu wollen. Vor jeden Kommentar mit abgedroschenen Phrasen, wäre es sicherlich angebrachter, erst einmal ein bisschen über das hier anstehende Thema nachzuforschen. Nur das Internet ist eine sehr gute Quelle fündig zu werden. Man muss nur suchen wollen. Die Leute die beschuldigen und sich dann verteidigen hängen alle direkt oder indirekt zusammen.

wir brauchen Hilfe , statt Lohn haben wir Pruegel erhalten , weil wir es wagten die Korruption anzuzeigen . Unsere Haushaltsmittel wurdern mit ueber 60 % gekuerzt . Mit mehr als 7000 Schueler pro Jahr , 1000 Kleinbauern und 200 Mitarbeitern droht uns nun die Finanzkatastrophe ,die wenigen Eigenmittel sind verbraucht man kann die Luecken nicht mehr decken . Paraguay braucht die Kolping Bildungsinstitute , jedes Jahr kommen 80.000 Jugendliche auf die Strasse ohne eine Chance von Berufsausbildung ein direkter Weg in die Armut oder Kriminalitaet . Kolping Paraguay hilft einem grossen Teil davon sich dank eines Berufes in die Gesellschaft einzugliedern . Mit unserem Leitsatz wir bringen ihnen das fischen bei , und schenken ihnen nicht den Fisch , droht uns nun das Ende , weil wir es gewagt hatten den Mund aufzumachen und die Korruption nicht duldeten ... wir bitten darum uns zu helfen oft schon mit einem Schreiben an die Regierung koennen wir vielleicht Hilfe bekommen ... wir danken euch im Namen unserer Schueler , unserer Bauern und unseren Mitarbeitern ...
Gruss Brigitte Fuzellier Directora Ejecutiva Fundacion Kolping Paraguay

Hallo, Jens, Antje, Anke und Philipp,
super Zusammenfassung. Das Thema steht bei mir auch gerade ganz oben auf der Agenda. Ich bin bei der Kolpingjugend. Mmh,... Wo, sag ich besser nicht ;-)!!!

Über die zwei nachfolgenden Zitate sollte man mal nachdenken:

Artikel - 09.08.10 - 18:05 - Kolping International: Vorwürfe aus Paraguay sind haltlos
Ouelle: http://www.liborius.de/nachrichten/ansicht/artikel/kolping-inte.html

Zitat: „SEK-Geschäftsführer Hans Drolshagen sagte zu den Vorwürfen Fuzelliers, die Geschäftsführerin sei 2007 eigens dafür eingestellt worden, um Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten nachzugehen.“

Zitat: „Der Generalsekretär von Kolping International, Hubert Tintelot, hatte vor zwei Wochen gegenüber KNA erklärt: ... Bereits vor mehr als zwei Jahren habe es Berichte über Unregelmäßigkeiten gegeben. Daraufhin habe man die alte Geschäftsführung abgesetzt und die neue Geschäftsführerin 2008 eingestellt. Die Ordnung des Betriebs und die Untersuchung der Vorgänge seien schon damals ihre Aufgabe gewesen.

Inzwischen sei das Vertrauensverhältnis zwischen der Geschäftsführerin Fuzellier und Kolping International zerrüttet.“

---------------- Zitat Ende -----------------

Also, wie im Spiegel und der taz zu lesen war ist ja der alte Geschäftsführer Ende 2007 abgetaucht, nicht wie Herr Tintelott meint "abgesetzt". Wahrscheinlich hat Frau Fuzellier den Job sehr ernst genommen, sonnst wäre ja das Verhältnis nicht "zerrüttet". Oder?

Ist euch mal aufgefallen dass die Fuzellier, aus so einen Dritt-Welt-Land, was kein Schwein kennt, die in Köln angezeigt hat? Hee, das macht doch keiner ohne Grund, und bestimmt nicht ohne Beweise!

Leute bleibt am Ball, da koch was hoch.

Bei uns sagt man: treu Kolping,
auch Anke

ich bin gespannt wie es weiter geht !
und hoffe, dass Wahrheit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit den Auschlag gibt, so kann auch ein Verband einen Schaden aushalten, wenn er transparenht an seinen Fehlern arbeitet!
kolping treu
der ohne namen weitgereiste

Bild von Redaktion

Liebe Anke,

vielen Dank für deinen ermutigenden Kommentar.

In der Tat finde ich es auch sehr bedenklich, wie mit der Kritik von Fuzellier umgegangen und in welch schrillen Tönen darauf reagiert wird. Bereitsvor der Prüfung zu behaupten, dass so gut wie alle Vorwürfe haltlos sind, halte ich für höchst fragwürdig.

Klar, es geht hier auch um den Bestand und das Image des gesamten Kolping-Werkes. Denn sollten die Vorwürfe auch nur teilweise zutreffen, ist das ein schwerer Schlag gegen alle, die sich bei Kolping engagieren. Die schlechte Aufklärungsarbeit der Geschäftsführung hilft dabei aber keinesfalls der Organisation. Sie schaded dem Ansehen nur noch mehr.

Wir sind auch gespannt auf die weiteren Entwicklungen und die Überprüfung durch das BMZ und werden weiter so gut es geht darüber berichten.

Beste Grüße, Jens

Wer sich mit Paraguay befasst - und das mache ich seit einigen Jahren- ist eher verwundert, wenn irgendetwas ohne Korruption ablufen würde. Korruption ist dort "endemisch" und wird längst nicht so wahrgenommen wie hierzulande. Und Bauprojektew eignen sich hervorragend - Wichtiges wird ohnehin vom Ausland finanziert und dann mindestens zum doppelten Preis in rechnung gestellr, weil das Land aus eigenen Steuermitteln nicht existieren kann. Leider kommen auch die kirchlichen Inmstitutionenen - sobald man sie überprüft dabei nicht viel besser weg, als der private und der politische Sektor. Telekom und Siemens sind auch schon verwickelt, um nur ein Beispiel herauszugreifen. Und die Justiz ist kaum bereit, hier durchzugreifen, sondern meist genauso bestechlich. Fahrt nach Paraguay und Ihr erlebt ein schönes Land, das reich sein könnte, wenn man wirklich arbeiten könnte und nicht die Reichen alles für sich behielten, aber Ihr erlebt auch Dritte Welt in Reinkultur. Und leider auch Deutsche, die ihr Süppchen kochen...
Grüße
von einem lieber anonym bleibenden Paraguay-Spezialisten

Das Vorgehen der Kölner Verwaltung zeigt, dass dort einige Herren mit Steuergeldern Projekte steuern, deren Dimensionen und vor allem Auswirkungen sie im Land selbst nicht ausmessen können. Es sind zum Teil Mitarbeiter mit der Projektsteuerung betraut, denen die Kontrolle der Projekte aus dem Ruder läuft, weil die Dimensionen in jedem Jahr nach oben geschraubt werden. Natürlich gibt es auch viele positive Ergebnisse, aber man ist immer auch auf die angewiesen, denen man sein Vertrauen schenkt. Leider sind die Projekte so weit entfernt, dass eine Kontrolle nur möglich ist, wenn man einen deutschen Entwicklungshelfer vor Ort einsetzen kann. Aber auch dem kann man nur vor die Stirne schauen. So ist es gerade jetzt im Zusammenhang mit der Spendesammelaktion für Pakistan ein trauriges Anliegen, wenn man mit solchen Schäbigkeiten konfrontiert wird. Auch sollte man bedenken, dass insbesondere die Beträge, über die wr hier philosophieren tatsächliche Peanuts im Gegensatz zu den Milliarden sind, die die Verantwortlichen in Bund und Land jährlich verseken, ohne dass ein Hahn danach kräht. Die Dritte Welt braucht unsere und ihre Hilfe. Worauf wir aber achten sollten, sind die Menschen, denen wir uns anvertrauen und denen wir unser Vertrauen schenken, ob das hier oder in einem Entwicklungsland ist.

Treu Kolping, Peter

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